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PartnerFonds AG "Kapital für den Mittelstand" - massive Beratungsdefizite für die Sparkassen

Anlegerbefragung ergibt: Fast 90 % der Sparkassen klären nicht ordnungsgemäß auf - nur in Ausnahmefällen Hinweis auf Provisionen - irreführende Darstellung der Risiken - massive Haftpflichtrisiken für vertreibende Geldinstitute - auch freie Vertriebe von Inanspruchnahme bedroht

 

München, 27.05.2009; Ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit kann man dem PartnerFonds anders als vielen anderen Kapitalanlageangeboten nicht absprechen. Das, was er verspricht, dürfte er nach derzeitiger Sachlage allerdings auch nicht halten können. So kam es schon Anfang des letzten Jahres zu Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer Investition bei dem Speichermittelhersteller ODS, der zwischenzeitlich insolvent ist. Das Management hat sich dabei nicht mit Ruhm bekleckert. 

Nun ist wieder eine Insolvenz zu beklagen, wie der Quartalsbericht IV 2008 verrät. Diesmal ist das Investment bei einer Firma namens PSW Schmiedetechnik GmbH bedroht. Wie es sonst im Portfolio aussieht, kann derzeit nur gemutmaßt werden. Die ursprünglich ins Auge gefasste relativ kurze Laufzeit ist jedenfalls schon perdu, die Rendite dürfte sich nicht halten lassen.

Eine etwas klägliche Bilanz für ein Unternehmen, das von einigen der betroffenen Banken sogar als "mündelsicher" angepriesen wurde. Zur Erläuterung: Das ist der höchste Grad an Anlagensicherheit, den das BGB kennt. Dort dürfen Vormünder ohne Genehmigung Gelder ihrer Schutzbefohlenen anlegen. Wie eine geschlossene Fondsbeteiligung einem derartigen Kriterium gerecht werden könnte, vermag sich uns nicht zu erschließen. Große Probleme haben die beteiligten Bankinstitute auch mit der Einhaltung ihrer Verpflichtung zur Mitteilung externer Vergütungen. Wegen des damit verbundenen Interessenkonflikts hat der Bundesgerichtshof ja dargelegt, dass man solche, auch wenn eine Quote von 15% unterschritten ist, im Falle der Anlageberatung stets offen legen muss (Beschluss vom 20.01.2009, Aktenzeichen XI ZR 510/07). 

Vor diesem Hintergrund bergen die Ergebnisse unserer Umfrage einige Sprengkraft für die betroffenen Sparkassen. Von 115 Rückläufern haben 43 über eine Sparkasse gezeichnet, was einer Quote von 38% entspricht. Davon wurden in 38 Fällen oder 88,4 % aller Fälle die Anlage als sicher, in Einzelfällen sogar als "mündelsicher" bezeichnet. Genauso hoch ist der Anteil der Geldinstitute, die nicht auf Zahlungen seitens der Fondsinitiatoren aufmerksam gemacht haben. In diesen Fällen dürfte wohl ein massives Problem auf die betroffenen Sparkassen zukommen. Gerade vor dem Hintergrund der nun doch deutlich sichtbaren Performancemängel dürften sich eine ganze Reihe von Anlegern mit guten Chancen auf die Regeln der Beraterhaftung besinnen. 

Etwas uneinheitlicher ist das Bild bei den Beteiligungen, die über freie Vermittler vertrieben wurden. Von insgesamt 72 Fragebögen wiesen 40 aus, dass die Anlage als sicher dargestellt wurde, was einer Quote von 55,5% entspricht. In 15% aller Fälle oder bei knapp 21% der Befragten wurden Risiken eingeräumt. Knapp 10% der Vermittler haben auf Provisionen hingewiesen. Bei 46% der Befragten wurde darauf verzichtet. Hier haben sich aber eine ganze Reihe der Befragten zu dieser Frage nicht geäußert. 

Für Insider mittlerweile fast nicht mehr überraschend erscheint es so zu sein, dass die Beratungsqualität der Banken hinter derjenigen des freien Vermittlergewerbes zurückbleibt. Angesichts der Berichte, die man zwischenzeitlich im Hinblick auf Provisions- und Leistungsdruck bei den Geldinstituten findet, sollte dies Anlass zur Umsteuerung des Geschäftsgebarens bieten. Für den hier vorliegenden Fall ist dies sicherlich zu spät. 

Wenn Sie Fragen hierzu haben, wenden Sie sich gerne an uns. Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Verfolgung von Ansprüchen gegen die Institute.